Tanzunterricht

Seit Donnerstag, 17. Februar 2022 wurden, was den Tanzsport betrifft, sämtliche Einschränkungen aufgehoben. Es freut mich somit sehr, Ihnen mein einzigartiges Angebot wieder zur Verfügung zu stellen:

  1. Ein aussergewöhnlich grosser Saal mit Parkettboden: Mit 200 m2 haben Sie genügend Platz, um das Tanzbein zu schwingen!
  2. Keine Vorauszahlung des Kurses: Sie bezahlen nur, wenn Sie den Kurs auch tatsächlich besuchen!
  3. Eine Lektion (1 Stunde) kostet CHF 20.- pro Person (CHF 40. pro Tanzpaar)
Accordion Content

In diesem Kurs kommt als neuer Tanz der Slow Foxtrot hinzu. Zudem repetieren und lernen Sie weitere Figuren der bekannten Standard- und Latein-Tänze (d.h. langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Quickstep, Cha-Cha-Cha, Jive, Rumba und Samba).

DatumZeit
10.05.202219:45 – 20:45
17.05.202219:45 – 20:45
24.05.2022Kein Unterricht
31.05.2022Kein Unterricht
07.06.202219:45 – 20:45
14.06.2022Kein Unterricht
21.06.2022Kein Unterricht
28.06.202219:45 – 20:45
05.07.2022Kein Unterricht
12.07.202219:45 – 20:45
19.07.202219:45 – 20:45
26.07.202219:45 – 20:45
02.08.202219:45 – 20:45
09.08.202219:45 – 20:45
16.08.202219:45 – 20:45

Alle gelernten Figuren der 10 Tänze (Standard- und Latein) werden wiederholt. Somit festigen Sie das Erlernte und durch weitere Verbesserungen der Haltung und Technik, wird die Basis für ein sicheres und stilvolles Tanzen gelegt.

DatumZeit
10.05.202221:00 – 22:00
17.05.202221:00 – 22:00
24.05.2022Kein Unterricht
31.05.2022Kein Unterricht
07.06.202221:00 – 22:00
14.06.2022Kein Unterricht
21.06.2022Kein Unterricht
28.06.202221:00 – 22:00
05.07.2022Kein Unterricht
12.07.202221:00 – 22:00
19.07.202221:00 – 22:00
26.07.202221:00 – 22:00
02.08.202221:00 – 22:00
09.08.202221:00 – 22:00
16.08.202221:00 – 22:00

In diesem fortlaufenden Kurs werde ich neue Figuren unterrichten sowie Ihnen auch die korrekte Tanzhaltung und Technik in den 10 Tänzen (Standard- und Latein) näherbringen.

DatumZeit
10.05.202218:30 – 19:30
17.05.202218:30 – 19:30
24.05.2022Kein Unterricht
31.05.2022Kein Unterricht
07.06.202218:30 – 19:30
14.06.2022Kein Unterricht
21.06.2022Kein Unterricht
28.06.202218:30 – 19:30
05.07.2022Kein Unterricht
12.07.202218:30 – 19:30
19.07.202218:30 – 19:30
26.07.202218:30 – 19:30
02.08.202218:30 – 19:30
09.08.202218:30 – 19:30
16.08.202218:30 – 19:30

In diesem Intensivkurs vermittle ich Ihnen in kürzester Zeit alle notwendigen Grundkenntnisse sowie einfache Figuren folgender Tänze: 

  • Langsamer Walzer
  • Wiener Walzer
  • Discofox
  • Cha-Cha-Cha
DatumZeit
10.06.202219:00 – 21:30
01.07.202219:00 – 21:30

200 m2 großer Saal mit Parkettboden

Adresse:
Römisch-katholisches Pfarramt
Muttenzerstrasse 15
CH-4133 Pratteln
Schweiz

An der Rosenmattstrasse gibt es nur wenige Parkplatzmöglichkeiten.

Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:

  • Tram Nr. 14 bis Station „Pratteln Bahnhofstrasse“, dann knappe 5 Minuten zu Fuss.
  • Zug: S1 und S3 bis Bahnhof Pratteln, dann knappe 8 Minuten zu Fuss.
  • Ihre Anmeldung für den gesamten Kurs erfolgt schriftlich via Kontaktformular oder E-Mail und ist
    verbindlich.

  • Die einzelnen Kurskosten sind jeweils vor Ort jeden Kursabend in bar zu bezahlen.

Geschichte der 10 Turniertänze

Quelle: Michael Scherer

Accordion Content

(3/4-Takt, ca. 30 Takte/Minute)

«Um die Jahrhundertwende 1900 wurde in Europa ein 1870 in Boston/USA entstandener Modetanz eingeführt, der Boston. Dieser Tanz löste den damaligen König der Tänze, den Wiener Walzer, in der Beliebtheit ab. Der Wiener Walzer war vom Figurenmaterial her gesehen schon immer eingeschränkt (bis Ende des 19. Jahrhunderts nur Rechtsdrehungen, dann erst Linksdrehungen und Übergangsschritte). Dies änderte sich mit dem Boston: Ebenfalls im 3/4-Takt gespielt, gewährte er den Tanzpaaren grösstmögliche Freiheit. Zwar existierten Grundschritte (3 Schritte vorwärts, 3 zurück, Drehungen, aussenseitliche Positionen, Zögerschritte), doch wurde der Fantasie in der Ausführung freien Lauf gelassen, was dem Drang der Jugend entsprach. Die Jugend von damals konnte sich mit den herkömmlichen Tänzen Wiener Walzer, Polka, Quadrille, Twostep etc. nicht mehr identifizieren und suchte im Boston ein neues Lebensgefühl durch Vorwärtsbewegung und freier Figurenverbindung zu finden.

Fälschlicherweise liest man immer wieder, dass der langsame Walzer aus eben diesem Boston entstanden sei. Es stimmt zwar, dass einige Figuren übernommen wurden (z.B. Outside Change), die Grundfiguren wie Rechts- und Linksdrehungen und Übergangsschritte stammen jedoch ursprünglich vom Wiener Walzer ab. Der Boston und der langsame Walzer sind sozusagen unabhängig voneinander aus derselben Wurzel (dem Wiener Walzer) entstanden.

Bis 1927 kreuzte man im langsamen Walzer bei den Linksdrehungen wie auch im Wiener Walzer den linken Fuss vor dem rechten Fuss, da man den langsamen Walzer noch nicht diagonal zur Wand begann. 1935 ergänzte Victor Silvester, einer der bekanntesten englischen Tanzlehrer der Anfangszeit, die bereits erwähnten Grundfiguren mit den noch heute beliebten Natural Spin Turn, Double Reverse Spin, Outside Spin, Impetus, Telemark u.a.»

(2/4-Takt, 33 – 34 Takte/Minute)

«Die Geschichte des Tango ist insofern verwirrend, da sich im 19. Jahrhundert in verschiedenen südamerikanischen Ländern Tänze unter diesem Namen bildeten (Uruguay, Brasilien, Cuba und Argentinien). Eine Gemeinsamkeit lässt sich jedoch finden: Alle diese Tänze wurden von Schwarzen getanzt, sodass deren Ursprung mit Sicherheit in Afrika zu suchen ist. Das Wort Tango erscheint 1808 zum ersten Mal in Montevideo. Auf Cuba wird das Wort für ein Negerfest verwendet. Im Jahre 1870 taucht in Montevideo wiederum der «Tango de la raza africana» auf. Tango bedeutete bald Trommel, Fest, Einzeltanz, erst später Paartanz.

Seit spätestens 1870 wurde die Habanera, ebenfalls ein afrocubanischer Tanz in Brasilien Tango genannt. Die Habanera hatte, wie auch die typischen brasilianischen Negerlieder und Tänze bereits den gleichen Rhythmus wie der heutige Tango.

Aus der Habanera entwickelte sich in den Hafenvierteln von Montevideo die Milonga mit erweiterten Schrittmustern. Die Vorwärtsbewegung wurde plötzlich unterbrochen und es entstand die Figur Corte = Schnitt vom spanischen cortar = abschneiden.

In Argentinien konnte sich der neue Tanz nicht auf Anhieb durchsetzen. Erst als sich gegen 1900 die volkstümlichen Kleinkunstbühnen von Buenos Aires der Milonga annahmen, wurde diesem Tanz der gewünschte Erfolg zuteil. Aus der wilden Milonga wurde der salonfähige Tango, aus dem frechen und leichtsinnigen Tanz ein eher schwermütiger, romantisch-sentimentaler Tanz.

In Paris wurde der Tango Argentino als neuer Gesellschaftstanz am Anfang des 20. Jahrhunderts begeistert aufgenommen (erstes Tangoturnier 1907 in Nizza). Es folgten Einladungen für die französischen Tangotänzer nach England, und 1912 gab es vor allem in London und Paris Tango-Parties, Tango-Teas, Tango-Soupers. In den Restaurants wurden zum ersten Mal Tanzflächen angeboten (Premiere dazu hatte das Savoy in London).

Wie zu erwarten war, wurde der Tango heftig bekämpft: Die englische Zeitung «Times» nannte ihn 1913 einen höchst unschicklichen Tanz, der deutsche Kaiser verbot ihn für seine Offiziere, der Papst ächtete den neuen Tanz. Grund für die Ablehnung des Tango waren nicht nur die Bewegungen sondern vor allem die Abstammung («Negertanz»). Da man ihn nicht verdrängen konnte, kam man auf eine Fülle von Ideen:

Es wurden Dichter damit beauftragt, die Ursprünge des Tangos bei den Griechen aufzuspüren. Als dies nicht gelang, versuchte man nachzuweisen, dass die argentinische Gesellschaft den Tango ablehnte, dass er nur privat in Häusern von schlechtem Ruf getanzt würde, dass Tangomusik für argentinische Ohren eigentlich ein Gräuel sei.

Alles nützte nichts: Wie bereits beim Wiener Walzer triumphierte auch diesmal das Neue über alle Moralisten und Konservativen. Auf verschiedenen Tanzlehrerkonferenzen in England von 1920 – 1929 wurde der Tango endgültig geformt und standardisiert und praktisch alle auch heute noch getanzten Grundschritte schriftlich formuliert. Auch der Papst hob sein Verbot auf, empfahl jedoch, statt des Tangos die Turlana zu tanzen, einem Volkstanz aus seiner venezianischen Heimat.»

(3/4-Takt, ca. 60 Takte/Minute)

«Erste Spuren des heutigen Wiener Walzers finden sich bereits im 12. Jahrhundert unter wechselnden Namen und zwar im alpinen, deutsch-österreichischen Raum. In den Anfängen benennt man ihn mit Schwäbisch, Steyrisch, Langaus, Plattler, Ländler, Schleifer, Deutscher. Dies waren ohne Ausnahmen Werbetänze mit fast identischen Schrittmustern.

Bis ins 15. Jahrhundert wurde auch noch recht gesittet getanzt, indem man zum Partner Distanz hielt, ab und zu die Hände berührte, der Tanz aus Werben, Umkreisen, Fliehen und Fangen bestand. Nur bei gemeinsamen Drehungen und am Ende als Höhepunkt hatten die Paare Körperkontakt. Mit der Zeit fanden die Tanzenden jedoch mehr Freude an eben diesem Körperkontakt: «Ihr Tanz war dieser. Sie nahmen das Frauenzimmer bei der Hand, die sie ihr zugleich küssten, legten sodann ihre Hand auf die Schulter der Dame, umfassten sie und drückten sie dermassen an sich, dass die Wangen zusammenkamen» (Montaigne, franz. Philosoph und Schriftsteller, 1580).

Bemühungen nichtdurchsetzen und wird nur höchst selten an Turnieren getanzt. Ausnahmen sind z.B. die United Kingdom und die International Championships (an diesen Turnieren wird der Wiener Walzer dann als letzter Tanz nach dem Quickstep getanzt). An den Open British Championships in Blackpool kommen «nur» Waltz (langsamer Walzer), Foxtrot (Slowfox), Tango und Quickstep (in dieser Reihenfolge – sehr angenehm) vor, was das Erküren eines Champions erschweren kann (bei Punktegleichheit zweier Paare in vier Tänzen). Trotzdem gibt es seit einiger Zeit auch unter vielen englischen Trainern und Paaren das Bestreben, sich mit dem Wiener Walzer auseinander zusetzen und dies nicht nur deshalb, weil dieser Tanz Bestandteil von Welt- und Europameisterschaften und allen anderen Turnieren ‹on the continent› oder ‹abroad› ist.»

(4/4-Takt, ca. 30 Takte/Minute)

«Kein anderer kann die Entstehung des Slow Foxtrot besser beschreiben als Heinz Pollack, der als Zeitzeuge 1922 folgendes über den Slow Foxtrot schrieb:

«Raffiniertes Ragout: Fox-trot hat – so merkwürdig das klingen mag – keinen eigenen Rhythmus. Fox-trot-Musik war ursprünglich nichts weiter als ein etwas langsamer gespielter Rag-time. Die Synkope feierte Orgien. Doch plötzlich waren Synkopen, Triolen und Läufe verschwunden, und auf der Bildfläche erschienen sanfte, ruhige, schwermütige, exotisch-eintönige Weisen, die grenzenloses Staunen hervorriefen. Diese Metamorphose war verblüffend. Was war geschehen? Dieses: Des einfachen Rag-time-Rhythmus müde, kochte man aus One-step-, Boston- und Tango-Abfällen, vermischt mit Rag-time-Zutaten, ein äusserst raffiniertes Ragout. Obgleich nur aus alten Mitteln hergestellt, gewürzt, gewendet und geschickt verarbeitet, mundete es sehr schnell selbst dem verwöhntesten Gaumen. Jetzt haben wir diese neuen Fox-trot-Noten, die durch die Verbindung aller Stilarten etwas verschwommene Konturen haben. Dass die neuere Fox-trot-Musik so überaus melodisch ist, liegt sicherlich an diesem fast lässigen Rhythmus, der der ungehemmten Entfaltung der Melodie alle Wege ebnet. Ob sich sein verwässerter Rhythmus auf die Dauer halten wird, ist schwer vorauszusagen. Da jedoch die Musik so überaus reizvoll ist und in stetem Wechsel immer neue Nuancen und Variationen entstehen lässt, besteht wohl vorläufig keine Gefahr, dass sie verschwindet.»»

Und Reinhold Sommer schrieb in seiner «Theorie der Gesellschaftstänze» 1924:

«»Der neue ‹Double Fox›: Neu? Nein, absolut nicht. Aber sehr schön. Langsames Tempo, doppelt so langsam wie beim einfachen Foxtrot. Daher der Name ‹Double›-Fox. Der Tanz selbst ist ein Gemisch von einfachem Gehen vorwärts, durch Pausen häufig unterbrochen, in denen der rechte oder linke Fuss gleichsam ‹fühlend› zwei oder dreimal vorgesetzt wird, um mit Übernahme der Körperlast die weitere Vorwärtsbewegung einzuleiten. Ein paar kleine Laufschritte bringen in den ruhigen, rhythmischen Gang zuweilen eine lebhaftere Note. Seitliche Schritte mit Anschlagen, ähnlich den oben beschriebenen, sind auch da, einfaches Wenden in Linksdrehung und Weitergehen in der Tanzbahn rückwärts bieten gleichfalls angenehme Abwechslung. Wie denn überhaupt vorläufig jeder macht was er will. Es ist nichts Feststehendes was ich beschreibe, es ist ein Suchen, ein Tasten, ein intensives Arbeiten an neuen tänzerischen Ausdrucksformen. Schwer ist dieser Tanz. Er erfordert neben absoluter Beherrschung des Körpers eine tadellose Haltung und muss mit Grazie und einer besonderen Hingebung an die musikalische Idee ausgeführt werden. Er erfordert innere und äussere Beherrschung in hohem Masse, drum sei er uns als Bildungsmittel willkommen.»

Alle Quellen sind sich darin einig, dass sich der Slow Foxtrot aus dem Ragtime und amerikanischer Marschmusik entwickelte. Das oben erwähnte «nichts Feststehende» wurde von den Engländern, wie bei den anderen Tänzen auch, schnell geändert, und 1915 fand trotz Krieg in London der erste reine Foxtrot-Ball statt (erstes Turnier 1920).

Aufgrund der Schwierigkeit und der Bewegungsintensität des Slow Foxtrot wird dieser Tanz in den meisten Tanzschulen, wenn überhaupt, erst sehr spät unterrichtet, was dem späteren Niveau auf Turnierstufe auch nicht unbedingt förderlich ist.»

(4/4-Takt, ca. 50 Takte/Minute)

«Nachdem um 1920 der Slow Foxtrot in seinen Grundfiguren «beherrscht» wurde, suchten die Paare nach neuen Herausforderungen in diesem Tanz, die sie in Form von massiv gesteigertem Tempo zu finden hofften. Diesem Wunsche folgend, spielten die Orchester nach und nach immer schnellere Musik, sodass sie am Ende von den ursprünglichen und auch heute noch gültigen 30 Takten pro Minute bei 50 Takten angelangt waren. Dass dieses Tempo eine schöne Ausführung der grossen, offenen Slow Foxtrot-Figuren verunmöglichte, versteht sich von selbst. Führende englische Tanzlehrer empfahlen deshalb 1924, anstelle des Dreierschrittes einen einfachen Gehschritt auszuführen und die schnellere Version des Slow Foxtrot Quickstep zu nennen.

Bevor sich dieser «neue» Tanz jedoch durchsetzen konnte, brach 1925, sehr zum Unwillen der Engländer, der Charlestonrausch aus. Unwillen deshalb, weil der englische Stil ein schwungvolles Sich-im-Raum-Fortbewegen anstrebte, der Charleston hingegen stationär getanzt wurde. Doch für fast alles gibt es eine Lösung, und die englischen Tanzlehrer veränderten den stationären Charleston in einen progressiven ohne Kicks. Dann wurde das Ganze mit dem schnellen Foxtrot vermischt und kurze Zeit «Quicktime Foxtrot and Charleston» genannt.

1927 fielen die Charleston-Bewegungen allmählich ganz weg, und bei der grossen Tanzlehrerkonferenz 1929 in England wurden der Slow Foxtrot und der Quickstep in zwei eigenständige Tänze getrennt. Zu den anfänglich getanzten Quarter Turns (Vierteldrehungen) und Chasses kamen bereits anfangs der 30er-Jahre u.a. Natural Pivot Turn, Natural Spin Turn, Double Reverse Spin und Fish-Tail hinzu.

Zeitzeugen schrieben über den Slow Foxtrot und den Quickstep:

Der Foxtrot sieht sehr einfach aus, ist aber in Wirklichkeit sehr schwer zu tanzen. ‹Jeder weiss›, sagt Alex Moore, ‹dass ein wirklich freifliessender Federschritt, Dreierschritt und eine Rechtsdrehung schwerer zu tanzen sind als eine der raffiniertesten modernsten Variationen›. Nur die wirklichen Kenner wissen die königliche Eleganz, die noble Schönheit des Foxtrots zu schätzen. Das Publikum spendet ihm im allgemeinen weniger Beifall als etwa dem Quickstep. Der Foxtrot drängt sich nicht auf, er kennt keine raffinierten Tricks. Er ist vornehm und lässig wie ein englischer Gentleman. Das Understatement, das Nicht-Auffallen, gehört zu seiner Eigenart.

Der Quickstep hat nichts von Würde an sich, er ist leicht, übermütig und voll prächtiger Laune. Er ist daher auch der Liebling des Publikums. Wendiger als der Foxtrot, ist er viel eher bereit, Anregungen von allen Seiten aufzunehmen. Im Gegensatz zum vornehmen Foxtrot kleidet sich der Quickstep gern modisch, ohne allerdings sein Wesen wirklich zu wandeln. Der Grundschritt ist und bleibt das Chasse, die geschlossenen Füsse in der Bewegung. Das gleichmässige Gleiten fehlt, und manchmal gibt es ganz ausgesprochen lustige, perlende, hüpfende Schritte. Dennoch muss auch der Quickstep stets flüssig getanzt werden. Er kennt keine Pausen und wirkt daher niemals abgehackt oder ruckartig. Auch die Quicks, etwa in den Chasses, müssen fast etwas zögernd und lässig gebracht werden, ohne dass der Quickstep dabei seine kecke, sprühende Lebendigkeit verliert.

Der Quickstep verzaubert, berauscht und beschwingt, aber er verliert nie seinen Fluss, seine Form. Der Quickstep lockert und befreit, aber er entfesselt nicht. Er ist heiter und lustig, aber niemals vulgär. Der Slow Foxtrot ist konservativ, der Quickstep liebt den new look. Die Named Variations haben durchaus modische Figuren, die das Publikum zur Begeisterung hinreissen. Die Orthodoxen haben um 1948 diese Figuren als unvereinbar mit dem Englischen Stil abgelehnt. Es gibt etwa, um nur ein Beispiel zu nennen, die raffinierte Verbindung von Checked Lock (Abgefangener Kreuzschritt) und Tipsy (tipsy heisst beschwipst; die Figur Tipsy besteht aus ganz schnellen Quicks zu je einem Achtel des Taktes anstatt der normalen Quicks zu je einem Viertel). Der Gegensatz von Checked Lock und Tipsy – langsam und schnell – wirkt ausgesprochen lustig. Derartige Figuren sind wie das lachende Leben selbst, das der Quickstep verkörpert.»»

(2/4-Takt, ca. 50 Takte/Minute)

«Brasilien war einst eine portugiesische Kolonie (seit 1822 unabhängig), in die, wie in alle anderen europäischen Kolonien, Tausende von Sklaven aus Afrika überführt wurden. Ein grosser Teil stammte dabei vom Yoruba-Volk (s. auch Rumba) und von Bantuvölkern vom Kongo und aus Angola. Alle diese Völker feierten kultische Feste, die sich über Stunden und Tage hinzogen und primär mit Tanzen verbunden waren, dessen Ziel wiederum die Ekstase war. Aus solchen Tänzen ist die Samba entstanden. Samba ist, wie Rumba, ein Sammelname für viele Tanzarten.

In Brasilien vermischten sich im 17. und 18. Jahrhundert die afrikanischen Reigentänze mit den portugiesischen Einzel-Paartänzen und kamen vor 1910 mit einem Tanz, der Maxixe, in dieser Mischform erstmals nach Europa. 1924 folgte die Samba und wurde vorübergehend auch in Turniere aufgenommen. Da die Bewegungen und Rhythmen für die damalige Zeit aber offenbar noch zu vielfältig und komplex waren, konnte sie sich nur bis 1925 halten.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Samba 1948/49 in einer vereinfachten Form weltweit populär (2-Schritt-Samba mit Tippschritt = Schritt vorwärts, Tap vorwärts, Schritt rückwärts, Tap rückwärts, im Gegensatz zum heutigen 6-Schritt-Muster – beides über 2 Takte), in der Folge für den Turniertanz weiterentwickelt und 1959 definitiv ins Turnierprogramm aufgenommen. Durch die vielen Veränderungen, Kulturvermischungen und Verfeinerungen hat die heutige Gesellschafts-und Turniersamba mit der ursprünglichen Samba jedoch nicht mehr viel gemeinsam.»

(4/4-Takt, ca. 30 Takte/Minute)

«Wie die Rumba stammt auch der Cha Cha Cha ursprünglich aus Kuba. Dort entstand er in den 50er-Jahren anstelle des sehr schnell gespielten Mambos, der sich nicht durchsetzen konnte. Anfänglich hiess der Cha Cha Cha aufgrund dieser musikalischen Ableitung Mambo-Cha Cha Cha. Doch schnell reduzierte sich der Name auf das heute gültige Cha Cha Cha, auch weil das Wort selbst rhythmischer Bestandteil der Musik ist (4 + 1 = Cha Cha Cha).

Vom Figurenmaterial her gesehen wurden sehr viele Elemente aus anderen Tänzen übernommen, wobei die Rumba anfänglich Hauptpatin war (Fan, Hockey Stick, Hand to Hand, Alemana etc.). Später gesellten sich Figuren aus Beat und Disco hinzu.

Da der Cha Cha Cha ein fröhlich ausgelassener Tanz ist, der anfänglich keine grossen Ansprüche an die Tänzer stellt (eine grosse Erleichterung für viele war die Tatsache, dass im Gegensatz zur Rumba im Cha Cha Cha auf 1 ein Schritt getanzt wird), wurde er Mitte der 50er-Jahre über Nordamerika kommend schnell zum beliebtesten Modetanz. Kein Wunder also, dass er 1961 ins internationale Turnierprogramm aufgenommen wurde und bis heute weltweit populär geblieben ist.

Bis in die 70er-Jahre wurde der Cha Cha Cha in heute nicht mehr denkbarer Art und Weise interpretiert, Zitat H. Günther und H. Schäfer: «Auch der Cha Cha Cha muss als erotisches Spiel getanzt werden. Aber im Gegensatz zur feurigen Rumba ist der Cha Cha Cha nur ein amüsanter, koketter Flirt. Man bindet sich nicht, man gefällt sich, man ist entzückt voneinander, man spielt, man brilliert – alles ohne Ernst, ohne Passion, ohne Erregung. Keck, fröhlich, perlend wie Sekt ist der Cha Cha Cha. Diese übermütige Natur des neuen Tanzes kommt schon in der Musik zum Ausdruck. Daher hat auch der Tanz eine Fülle von brillanten Figuren. Man darf die Beine in die Höhe werfen, man klatscht in die Hände, hüpft und stösst den Partner leicht mit dem Finger, man spielt Pinguin mit den Händen und Hüften, trennt sich und droht mit den Fingern und Augen. Aber ebenso rasch wie zur Trennung kommt es wieder zur Vereinigung. Nichts ist von Dauer, alles ist flüchtig und offen. Der Cha Cha Cha ist ein immer wechselndes, flüssiges Spiel mi t Fliegen und Haschen, mit Kreisen und Fliehen. Beine, Arme, Hände und Finger, der ganze Körper, sogar die Augen sind in ständiger Bewegung. So müssen auch die Figuren getanzt werden.» Wie schnell die Zeiten ändern.»

(4/4-Takt, ca. 27 Takte/Minute)

«Rumba, die Rumba, was ist das? «Mein Lieblingstanz unter den lateinamerikanischen Tänzen, keine Frage» sagen die einen, «Das ist der mit dem schwierigen Takt, den ich nie höre, den mag ich nicht» die anderen. Dass die Rumba ein Werbetanz ist, im 4/4-Takt bei ca. 28 Takten pro Minute gespielt wird und somit zu den langsamen Tänzen zählt, wissen die meisten.

1882 wurde die Rumba als eigenständiger Tanz erstmals in einem Gedicht erwähnt, kam 1930 nach New York und von dort aus nach Europa. Von 1932-1934 wurde sie als sechster Standardtanz ins Turnierprogramm aufgenommen, konnte sich aber noch nicht durchsetzen, u.a. deshalb nicht, weil die meisten Tänzer sie als eine Art Foxtrott mit Hüftgewackel empfanden (viele Orchester verwendeten auch artfremde Instrumente wie Geigen etc. für ihre Rumba-Stücke).

1945 wiederentdeckt, entbrannte in den fünfziger Jahren ein heftiger Streit um die richtigen Grundschritte der Rumba (der sogenannte Rumba-Krieg). Auf der einen Seite war von den USA die Square-Rumba (Carré) nach Europa gekommen (vom Franzosen Lucien David standardisiert), auf der anderen Seite hatten der in London lebende Franzose Pierre Lafitte (meist nur Pierre genannt) und seine Partnerin Doris Lavelle ihren eigenen Rumbastil entwickelt (Cuban Style). Zunächst wurde entschieden, dass die Rumba auf zwei verschiedenen Grundschritten aufgebaut sein kann. 1961 beschlossen die Engländer jedoch für ihre Turnierpaare die kubanische Rumba, was 1964 mit der Erstausgabe von Walter Lairds Latein-Technik international akzeptiert wurde.»

(2/4-Takt, 60 – 62 Takte/Minute)

«1790 gab es in Frankreich einen Infanteriemarsch namens «Pas redoublé». Dieser Marsch, in Spanien auch als «El Soleo» bekannt, wurde wie alle Märsche im 2/4-Takt gespielt (jeder zweite Schritt betont) mit ca. 130 Schritten pro Minute. Zu deutsch heisst Paso Doble Doppelschritt. Es wird vermutet, dass der erwähnte Marsch u.a. beim Einzug der Toreros in die Stierkampfarena gespielt worden ist. Die Regeln und Rituale des Stierkampfes wurden im 18. Jahrhundert in Andalusien festgelegt, und 1910 entstand daraus in Frankreich der Paso Doble zuerst als Stierkampf-Pantomime, dann als eigenständiger Tanz (daher auch die französischen Figurennamen).

Der Paso Doble hebt sich insbesondere durch die Musik, die Haltung, die fehlenden Hüftbewegungen und die Fusstechnik von den anderen lateinamerikanischen Tänzen ab. Ein Paso Doble-Musikstück baut sich auf aus einer Einleitung und drei Hauptteilen mit genau festgelegten Höhepunkten. Evelyn Hörmann, eine bekannte deutsche Tanztrainerin, sagt zum Paso Doble:

«Der Paso Doble ist bekanntlich der Tanz des Herrn. Turnierleiter pflegen das Publikum darüber zu informieren, dass die Dame ’nur› das rote Tuch ist, mit dem der Torero den imaginären Stier reizt und täuscht. Dass sie hier ganz entschieden die zweite Geige spielt, gibt die Dame u.a. schon durch ihre etwas gesenkte Kopfhaltung zu erkennen. Beim genauen Hinsehen sind aber eine Menge von Bewegungen zu beobachten, bei denen sich die Dame ganz emanzipiert benimmt und, vor allem in den Flamenco-Schritten spiegelbildlich das gleiche tut wie der Herr. Die Auseinandersetzung zwischen Torero (Symbol der geistig-menschlichen Geschicklichkeit) und Stier (Symbol der tierischen Kraft) macht auch nur einen Teil des Stierkampfes aus. Es passiert beim echten Stierkampf schon eine Menge, bevor der Stier überhaupt in die Arena kommt, und es passiert noch viel mehr, bis der Torero in Kontakt mit dem Stier tritt. Viel Tänzerisches ist im ‹Spiel›, wenn der Torero sich ausführlich dem Publikum präsentiert und wenn die Picadores und die Banderillos den Stier umkreisen. Das heisst, gerade dann, wenn wir den Paso Doble ganz strikt als Tanz auffassen, der aus dem Geist des Stierkampfes heraus geboren wurde, brauchen wir auf dem Parkett durchaus nicht ständig das Gefühl zu haben, mit einem Stier zu kämpfen.»»

(4/4-Takt, ca. 44 Takte/Minute)

«Eigentlich müsste es heissen: latein-amerikanische und amerikanische Tänze, hat der Jive mit Lateinamerika doch nichts gemeinsam. Genau aus diesem Grund nannte man in England die lateinamerikanischen Tänze früher «latin and american dances». Einzig die Musik verrät beim Jive mit ihrer Off-Beat-Betonung auf 2 und 4 einen gemeinsamen Ursprung mit anderen lateinamerikanischen Tänzen; dieser gemeinsame Ursprung liegt jedoch in Afrika.

Wie bei vielen Tänzen, hat sich der Jive im Verlauf der Zeit aus anderen Tänzen entwickelt. Aus dem Blues der Jahrhundertwende entwickelte sich in den 30er-Jahren, mit Jazzelementen vermischt, der Boogie-Woogie mit seiner gleichbleibenden Bassbegleitung der linken Hand (Klavier). Nachdem sowohl der Blues wie auch der Boogie-Woogie anfänglich nur von Schwarzen ausgeführt wurde, verhalfen Tommy Dorsey und seine Bigband 1938 dem Boogie-Woogie zum Durchbruch. Aus dem Boogie-Woogie-Rhythmus entstand 1940 der Jitterbug, der im 2. Weltkrieg dank den amerikanischen Soldaten nach Europa kam. In England wurde aus dem Jitterbug der Jive entwickelt und erlebte dort 1944 einen ersten Höhepunkt vor allem unter Teenagern.

Nach dem Krieg wurde der Jive vielerorts verboten (z.B. in England 1949), konnte jedoch in seinem Triumphzug nicht aufgehalten werden. In den 50er-Jahren folgte die Rock’n’Roll-Welle mit u.a. Bill Haley, worauf sich die Generationen noch mehr auseinander lebten. 1955 wurden die Verbotstafeln in England («No Jive allowed») durch andere ersetzt: «No Jive allowed except during Rumbas and Sambas» (Jive verboten ausser während Rumbas und Sambas), was für ein Fortschritt! Nachdem sich der Rock’n’Roll als noch wilder erwiesen hatte, war die Akzeptanz für den Jive weiter gestiegen und er wurde Ende der 60er-Jahre als 5. Tanz bei den Profi-Turnieren eingeführt und 1976 bei den Amateuren.»

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